Die Orgel
[197] Die Orgel. Wunderschön im hochgewölbten Dom Schwebst du, wie ein Sternenchor am Himmel; Deiner Töne feierlichem Strom Weichet ehrfurchtsvoll das Erdgetümmel.
Läutert, wärmt und stärkt mit heil’ger Glut. Mit der Allgewalt der Harmonien Leitest du, wie Bäche, die Gefühle. Haß und Neid erlöschen, Sorgen fliehn;
Sünder füllst du mit der Wehmuth Schmerz; Wenn du jubelst, jubelt jedes Herz. In der frommen Einfalt schwaches Lied Tönst du Kraft, die Herzen zu durchdringen;
Gibst du Flügel, sich zu Gott zu schwingen. Tempel und Gemeinde schwebt empor; Mitzusingen scheint der Engel Chor. Heiliger dem Herzen wird das Fest,
Hier am Brautaltar wie Frühlingswest, Wie im Hain der Nachtigall Gesänge, Künden sie, gleich Donner und Orkan, Dort am Grab den Sieg des Geistes an.