Die Nacht ist feucht und stürmisch

by Heinrich Heine

     Die Nacht ist feucht und stürmisch, Der Himmel sternenleer; Im Wald, unter rauschenden Bäumen, Wandle ich schweigend einher.

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     Es flimmert fern ein Lichtchen

Aus dem einsamen Jägerhaus’; Es soll mich nicht hin verlocken, Dort sieht es verdrießlich aus.      [182] Die blinde Großmutter sitzt ja

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Im ledernen Lehnstuhl dort,

Unheimlich und starr, wie ein Steinbild, Und spricht kein einziges Wort.      Fluchend geht auf und nieder Des Försters rothköpfiger Sohn,

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Und wirft an die Wand die Büchse,

Und lacht vor Wuth und Hohn.      Die schöne Spinnerin weinet, Und feuchtet mit Thränen den Flachs; Wimmernd zu ihren Füßen

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Schmiegt sich des Vaters Dachs.

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