Die Mutter

by Rainer Maria Rilke

[37] DIE MUTTER Aufwärts die Theaterrampe rollen dröhnend die Karossen, abseits unter trüber Lampe steht ein altes Weib verdrossen.

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Nur wenn jäh ein Hengst mal scheute,

wars, daß sie zusammenschrecke; niemand aus dem Strom der Leute sieht die Alte in der Ecke. An die neue ›Größe‹ dachte,

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von ihr sprach man nur. – Die Güte

eines Grafen, hieß es, brachte herrlich ihr Talent zur Blüte. Später. Jubelstürme hallten in den Schlußklang der Trompeten …

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Aber draußen kams der Alten,

heimlich für ihr Kind zu beten.

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