Die Maske
Sieh diesen schatz mit florentiner reizen: Die wiegung und des körpers muskelkraft Wo nicht die beiden himmelsschwestern geizen: Feinheit und stärke! welche meisterschaft!
Das weib gemacht für sammt und edelstein Um päbste oder prinzen zu beglücken. Sieh dieses lächeln wollustvoll und fein Wo sich verzückt die selbstverehrung weidet!
Das zärtliche gesicht mit gaz umkleidet Sagt uns mit siegerstolz in jedem zug: »Mich ruft die Wollust und mich krönt die Liebe« Sieh wie dem weib zur fürstin ausersehn
Komm lass uns um die grosse schönheit drehn! [40] O lästerung der kunst! verwünschte blende! Ist nicht der götterleib der glück verheisst Ein doppelköpfig ungetüm am ende?
Erlesnes mienenspiel in seltnem lichte. Sieh her! hier ist in wildem krampf gereckt Der echte kopf mit wahrem angesichte Vom lügenhaften angesicht verdeckt!
Erhabner strom ins schwere herz mir dringt · Dein lug berauscht mich und ich will mich nähren Am leidensquell der deinem aug entspringt. Doch warum weint sie? so vollkommne schöne
Was macht dass ihre riesenbrust erstöhne? Sie weint · sinnloser! denn sie hat gelebt Und sie lebt noch! doch ihre grössten sorgen Empfängt sie und die kniee zittern ihr
Und übermorgen · immer! – so wie wir.