Die letzte Nacht

by Sophie Mereau

     Sie sinkt, die Nacht! sie sinkt auf Mohn und Flieder, im Grabgewand’, von Leichenduft umwebt, ein kalter Schauder bebt mir durch die Glieder, Indeß der freye Geist sich zu entfesseln strebt!

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     Verhallt, auf ewig! sind der Hoffnung Lieder,

Verrauscht[1] der Freude goldnes Saitenspiel! Kein Gott facht die verlosch’ne Flamme wieder Im öden Busen an – ich bin am Ziel!      Ich hör’ im Sturme, der die hohe Eiche

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Mit Allmachtsvollem Arm zur Erde beugt,

Im dumpfen Schilfgeflüster, das am trüben Teiche Sich traurig hin und her im Winde neigt,      Wie aus gebleichten Schädeln, hohl und düster, Der Abgeschiednen Stimme: folge mir!

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Und Schattenbilder wehn mit Grabgeflüster

Zu mir heran, und hauchen: folge mir!      Ich folg’ euch gern! ach, an Unmöglichkeiten verlosch des Lebens einst so schönes Licht! – Wer zürnt dem Kranken, dem’s im Kampf mit seinen Leiden,

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Zuletzt an Muth und inn’rer Kraft gebricht?

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