Die letzte Nacht
Sie sinkt, die Nacht! sie sinkt auf Mohn und Flieder, im Grabgewand’, von Leichenduft umwebt, ein kalter Schauder bebt mir durch die Glieder, Indeß der freye Geist sich zu entfesseln strebt!
Verrauscht[1] der Freude goldnes Saitenspiel! Kein Gott facht die verlosch’ne Flamme wieder Im öden Busen an – ich bin am Ziel! Ich hör’ im Sturme, der die hohe Eiche
Im dumpfen Schilfgeflüster, das am trüben Teiche Sich traurig hin und her im Winde neigt, Wie aus gebleichten Schädeln, hohl und düster, Der Abgeschiednen Stimme: folge mir!
Zu mir heran, und hauchen: folge mir! Ich folg’ euch gern! ach, an Unmöglichkeiten verlosch des Lebens einst so schönes Licht! – Wer zürnt dem Kranken, dem’s im Kampf mit seinen Leiden,