Die Heimkehr

by Heinrich Kämpchen

[33] Die Heimkehr *).[1]  (Eine Ruhrtalsage.) Dem Kewelohbauer vom Ruhrastrand, So kündet’s die Sage noch heut’, An einem Sonntag die Frau verschwand, Es war um die Frühmettenzeit. –

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Von Zwergen geraubt, im Bergesschacht,

Tief unten in Kluft und Gestein, Hat sieben Jahre die Frau verbracht, Da gelingt es ihr sich zu befrei’n. – Doch sind unterdes die Wangen rot

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Verblichen und welk ward der Leib –

Ihr Mann, bedrückt von des Wittums Not, Nahm längst sich ein anderes Weib. – Und als sie kommt zum heimischen Herd, Die andere schaltet nun dort,

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Da wird dem Weiblein der Platz verwehrt,

Denn keiner erkennt sie am Ort. – Nur der Spitz, der immer sonst wütend kläfft, Wenn Bettler dem Hofe sich nah’n, Uebt heute auf einmal das Wedelgeschäft,

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Als wollt’ er das Weiblein empfah’n. –

[34] Und sonderbar, auch die Annemarei, Die liebliche Tochter vom Haus, Sie kommt vom Ofenwinkel herbei Und schmiegt sich der Alten am Flaus. –

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Doch die Junge ruft: „Mein Töchterlein,

Komm’ zurück von der Frau geschwind!“ Und die Alte drauf: „Wer mag wohl sein Die Nächste von uns dem Kind?“ Da öffnet sich langsam die Stubentür,

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Die niedere, morsch schon und braun,

Und der Kewelohbauer tritt selber herfür, Der Mann von zwei lebenden Frau’n. – Er stutzt und starrt – doch kein Laut ertönt, Kein Ruf, kein hallender Schrei –

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Der Bauer ist fest und stark gewöhnt,

Er sagt nur: „Annemarei.“ – Ja, ich bin’s, Hansjörg, doch nimmer will Ich stören hier deinen Bund, Gib’ mir ein Stübchen nur klein und still

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Und ein wenig Essen dem Mund. –

Gib’ mir mein herziges Töchterlein, Das ich froh zur Welt dir gebracht, Gönn’ mir noch ein bischen Sonnenschein Nach der siebenjährigen Nacht. –

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Und so geschah’s. – Doch zwei Monde nur,

Da starb schon die arme Frau, Da trug man sie nach der Totenflur Hinab durch die blühende Au’. – Verschollen ihr Grab, kein Kreuz, kein Stein

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Zeigt an, wo die Wallerin ruht,

Die Heimatsage nur ganz allein Hält treulich noch Wache und Hut. –

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