Die Geschlechter

by Friedrich Schiller

Sieh in dem zarten Kind zwey liebliche Blumen vereinigt,      Jungfrau und Jüngling, sie deckt beyde die Knospe noch zu. Leise löst sich das Band, es entzweyen sich zart die Naturen,      Und von der holden Schaam trennet sich feurig die Kraft.

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Gönne dem Knaben zu spielen, in wilder Begierde zu toben,

     Nur die gesättigte Kraft kehret zur Anmuth zurück. Aus der Knospe beginnt die doppelte Blume zu streben,      Köstlich ist jede, doch stillt keine dein sehnendes Herz.

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