Die Fremde

by Otto Erich Hartleben


Der düstre Hauch, der deine Stirn umweht,
der stille Zug, der um Erbarmen fleht,

das Zucken, das die Lippen dir bewegt,
hat wunderbar die Seele mir erregt. -

Dein Antlitz spricht von kaum verwehtem Leid,
verlornem Sinnen ist dein Blick geweiht,

wie welken Blumen, die die Häupter neigen,
scheint dir der Erde Sonnenlust zu schweigen.

Und doch! - Ein Etwas flammt noch von Verlangen,
ein Etwas will an diesem Leben hangen,

ein Etwas drängt nach ungefundner Lust -
o fändest du das Glück an meiner Brust!
(S. 70)

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