Die Bosheiten der Stadt

by Christian Felix Weiße

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Die Bosheiten der Stadt.

Crispus kauft und baut Palläste, Lebet herrlich, groß und reich; Hält Maitressen, feyert Feste, Und traktirt den Fürsten gleich:

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Dennoch sagt die karge Stadt,

Daß er nicht viel übrig hat. Mops zählt seinen Eheseegen Uns in funfzehn Kindern her; Und man rühmet allerwegen,

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Daß sie klüger sind, als Er:

Dennoch sagt die böse Stadt, Daß er sich verzählet hat.

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Agnes schlägt die Augen nieder,

Hasset Tanz, Musik und Spiel,

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Singet stets Bekehrungslieder,

Und hält auf den Cubach viel: Doch sagt die verbuhlte Stadt, Daß sie Fleisch und Blut noch hat. Ueberall verfolgt Selinden

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Ein gepudert Stutzerheer;

Jeden weis sie zu entzünden, Und ihr wird kein Sieg zu schwer: Dennoch sagt die höhnsche Stadt, Daß sie keine Freyer hat.

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Stax beweist aus vielen Fällen

Seinen göttlichen Verstand, Und aus seinen Ehrenstellen Sein Verdienst ums Vaterland: Doch sagt die vermeßne Stadt,

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Daß er keins von beyden hat.

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Mit dem vollen Federhute

Prangt der güldne Gänserich, Und von seinem edlen Blute Ueberzeugt sein Wappen mich:

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Dennoch sagt die plumpe Stadt,

Daß kein Kutscher Ahnen hat. Crantor richtet alle Sachen Nach der strengsten Billigkeit, Und man wird ihn böse machen,

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Wenn man ihm Geschenke beut:

Doch sagt die verwegne Stadt, Daß er sie betrogen hat.

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