Die blühende Nelly
Auf blum’gen Bett, am Sommertag, Im sommerlichen Kleid, Die junge, blühn’de Nelly lag, Voll Schlaf und Liebesleid,
Er war ihr lang’ schon nachgerannt – Er sah, und wünscht’ und wurde roth Und bebte wo er stand. Die Aeuglein waren beide zu,
Ihr Lippenpaar ließ keine Ruh Der Rose, krank vor Neid. Die Lilien küßten unbewußt, Des Mädchens schwell’nde, weiße Brust;
Und fühlte Liebeslust. Und tändelnd spielt der warme Wind Mit ihrem leichten Kleid; Sanftschlummernd liegt das holde Kind,
[34] Und laut den Puls er pochen fühlt, Und einen heißen Kuß er stiehlt, Dann steht er wieder und wird roth Von Leidenschaft durchwühlt.
Entfliehet, leichtbeschwingt, So Nelly, angstvoll, halb erst wach, Erschreckt von dannen springt. Doch Willie macht’ sich hinterd’rein
Er bat und sprach, sie seufzte, ach! Und wurde gänzlich sein.