Des Mädchens Klage
Der Eichwald brauset, Die Wolken ziehn, Das Mägdlein sitzet An Ufers Grün,
5
Es bricht sich die Welle mit Macht, mit Macht,
Und sie seufzt hinaus in die finstre Nacht, Das Auge vom Weinen getrübet. „Das Herz ist gestorben, Die Welt ist leer,
10
Und weiter giebt sie
Dem Wunsche nichts mehr. Du Heilige rufe dein Kind zurück, Ich habe genossen das irdische Glück, Ich habe gelebt und geliebet!“
15
Es rinnet der Thränen
Vergeblicher Lauf, Die Klage sie wecket Die Todten nicht auf, Doch nenne, was tröstet und heilet die Brust
20
Nach der süßen Liebe verschwundener Lust,
Ich, die himmlische, wills nicht versagen.