Der Zaubergarten

by Frida Bettingen

[102] Der Zaubergarten Herbstnebel dampft. Aber ich stehe in meinem Zaubergarten. Auf den mattbesonnten Terrassen knien die Schleppenträger des Sommers.

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Leichtbewegliche Pagen,

purpurn, prangend. Bald wird die Nacht ihre seidnen Kehlen zerdrücken. Aber wer wird trauern, wenn Gottes Nachtigallen

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in Rauhreif und blindem Strauchwerk wohnen.

Sie singen. Oh, wie sie singen! Tausendfarbig sprüht der wolkige Morgen auf. Alle Goldaugen spiegeln sich ein in mein Herz.

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O Himmelsbürde!

Gott, wie beschenkst Du mich! Ich stehe im Himmel Deiner Liebe.

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