Der Wurstmacher von Duisburg

by Heinrich Kämpchen

[56] Der Wurstmacher von Duisburg. (Frei nach Wilhelm Müller: „Der Glockenguß zu Breslau“.) War da ein Metzgermeister Zu Duisburg in der Stadt, Ein ehrenwerter Krauter, Gewandt in Rat und Tat.

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Der hatte schon geschlachtet

Viel’ Kälber, groß und klein, Viel’ Kühe und viel’ Bullen Und manches fette Schwein. Auch in der Wurstbereitung

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War unser Mann probat,

Im Mett- und Blut- und Zungen- Und Knackwurst-Fabrikat. – Doch aller Würste Krone, Die er bereitet hat,

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Das ist die Wurst vom Kalbe

Zu Duisburg in der Stadt. – Vom „ungebor’nen“ Kalbe, Ganz trefflich präpariert, Und aus dem Russenlande

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Im Darm uns zugeführt. –

Die war so zart und lieblich, So lecker und pikant – Ein Würstchen wie geschaffen Zum Essen aus der Hand.

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Amerika, das blähet

Sich oft gewaltig auf, Gottlob, daß jetzt von Duisburg Ihm kommt die Antwort drauf. – Hier hat ein „wack’rer“ Meister

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Die „deutsche Kunst“ gepflegt –

Wie schade, daß dem Manne Das Handwerk ist gelegt. –

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