Der Wein der Bettler
Oft kommt bei einer laterne rotem glanze Beim rasseln des glases · der flamme zuckendem tanze In alter vorstadt irrgängen dumpf und feucht Darin in stürmischer gärung die menschheit keucht:
Der wie ein dichter an mauern rennt und rüttelt · Er nimmt auf die spähenden wächter keine acht · Ergiesst sein herz in eingebildeter macht [148] Erhabne gesetze gebend und eide schwörend
Der himmel ist über ihm wie ein throndach geschmückt · Er ist von dem glanz seiner eigenen würden entzückt – Ja diese leute von häuslichen sorgen gepeinigt Vom alter gemartert und von der arbeit gesteinigt ·
Ein wüstes gewühl das der riesigen stadt entsteigt: Sie kehren mit ihren gefährten in kriegen gemagert Zurück und ein fassgeruch über den ziehenden lagert · Wie fetzen von alten fahnen hängt ihr bart –
Erheben sich vor ihnen in festlichem jubel · Sie bringen in glänzendem und betäubendem trubel Von sonne von waffen von pauken und stimmengebraus Dem liebetrunkenen volke die ehre nach haus ..
Der wein sein gold dahin in blendenden flüssen · Er singt in der kehle des menschen was er schon vollbracht Und mit seinen gaben erwirbt er sich fürstliche macht – [149] Den gleichmut zu wiegen und zu verscheuchen den kummer
Für all die verwünschten die nah an den gräbern sind – Der mensch fand den wein · der sonne geheiligtes kind.