Der Stern der Hoffnung

by Adolf Hain (1825–1854) · 1855 German

Und mögen Donner gleich dich dräuend wecken,
Des Meers empörte Fluten dich umtosen,
Mögst du um Leben oder Tod nur losen,
Wenn gierig züngelnd Flammen dich umlecken:

So muß dein Herz doch zweifelnd nicht erschrecken,
Auf dieser Erde pflückt man wenig Rosen,
Ruht selten nur auf sanften, weichen Moosen,
Des Lebens Wermuth muß ein Jeder schmecken!

Wenn rings nur Klippen deine Augen schaun,
Und wenn dein Nachen schwankend will versinken,
Und unter dir das Grab sich gähnend zeigt:

Du siehst ja doch von fern ein Sternlein blinken,
Das hin dir winkt nach sel'gen goldnen Au'n
Und sich, Trost lächelnd, zu dir nieder neigt! (S. 167)
_____

More poems by Adolf Hain

  • Ach! wovon träumtest du?

    Mit lächelndem Gesicht
    Lagst du in süßer Ruh',
    Umstrahlt von mildem Licht: …
  • An ***

    Willst mir ein Blümlein schenken,
    Du holde, süße Maid,
    Daß dein ich möge denken …
  • An ***

    Ein Schmetterling, so eilte meine Liebe
    Von einer Blume zu der andern hin:
    Wie jenem leichtgesinnten bunten Diebe …
  • An die Geliebte

    Sieh', süßes Lieb, die Rose,
    Sie neigt den Kelch herab
    Und läßt die Purpurblüten …

All poems by Adolf Hain →