Der Springbrunnen
Arm liebchen! dein auge ist feucht Und müd · halt es lang noch geschlossen! In ruhe bleib hingegossen Daraus das vergnügen dich scheucht!
Der nacht und des tages singt Die süsse verzückung nährend Die heute die liebe mir bringt. [115] Die garbe die tausendfach
Wo Phoebe erfreut ihre Farben ergiesst Wie regen von reichlichen Thränen fliesst.
Blitze der lust durchglühn Hinauf sich eilig und kühn In weite zaubergefilde. Dann wie ersterbend verbreitet
Die unsichtbar gleitet und gleitet Bis tief sie im herzen mir ruht. Die garbe die tausendfach Blumen schiesst
Farben ergiesst Wie regen von reichlichen Thränen fliesst. [116] Bei dir · der am abend so schönen ·
Der ewigen klage stöhnen Die aus dem springbrunnen steigt. Mondnacht heilig und mild Wasser und laubesschauern –
Sieht meine seele ihr bild. Die garbe die tausendfach Blumen schiesst Wo Phoebe erfreut ihre
Wie regen von reichlichen Thränen fliesst.