Der Kaiser von China

by Heinrich Heine

Mein Vater war ein trockner Taps, Ein nüchterner Duckmäuser, Ich aber trinke meinen Schnaps Und bin ein großer Kaiser.

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Das ist ein Zaubertrank! Ich hab’s

Entdeckt in meinem Gemüthe: Sobald ich getrunken meinen Schnaps Steht China ganz in Blüthe. Das Reich der Mitte verwandelt sich dann

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In einen Blumenanger,

Ich selber werde fast ein Mann Und meine Frau wird schwanger. [260] All überall ist Ueberfluß Und es gesunden die Kranken;

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Mein Hofweltweiser Confusius

Bekömmt die klarsten Gedanken. Der Pumpernickel des Soldats Wird Mandelkuchen – O Freude! Und alle Lumpen meines Staats

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Spazieren in Sammt und Seide.

Die Mandarinenritterschaft, Die invaliden Köpfe, Gewinnen wieder Jugendkraft Und schütteln ihre Zöpfe.

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Die große Pagode, Symbol und Hort

Des Glaubens, ist fertig geworden; Die letzten Juden taufen sich dort Und kriegen den Drachen-Orden. [261] Es schwindet der Geist der Revolution

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Und es rufen die edelsten Mantschu:

Wir wollen keine Constitution, Wir wollen den Stock, den Kantschu! Wohl haben die Schüler Eskulaps Das Trinken mir widerrathen,

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Ich aber trinke meinen Schnaps

Zum Besten meiner Staaten. Und noch einen Schnaps, und noch einen Schnaps! Das schmeckt wie lauter Manna! Mein Volk ist glücklich, hat’s auch den Raps

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Und jubelt: Hoseanna!

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