Der Heidenstein

by Heinrich Kämpchen

[10] Der Heidenstein *). Tief in einer wilden Schlucht Liegt der Heidenstein gebettet, Wie ein Eremit, der sich Aus dem Weltgewühl gerettet.

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Unberührt vom Tageshall

Und der Sonne Lichtgefunkel, Altersgrau und schlummermüd’, Ruht er dort im Dämmerdunkel. Wasser raunen um ihn her,

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Wasser, die vom Berge kommen,

Und zur alten Mutter Ruhr Schon wie lange sind geschwommen. [11] Ist es auch kein starker Guß, Und das Rauschen nur geringe,

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Heilig ist dennoch sein Fluß,

Denn er kommt vom „heil’gen Springe“. So in öder Einsamkeit Liegt der Heidenstein gebettet, Wie ein Eremit, der sich

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Aus dem Weltgewühl gerettet.

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