Der geduldige Dichter
[58] DER GEDULDIGE DICHTER I Der Dichter steht am Herd und schürt und wartet, daß sein Volk sich rührt. Das Holz liegt da, der Funken auch; wann springt die Flamme aus dem Rauch? II
5
Das Publikum hat gezischt und geklatscht,
die Kritiker haben gequietscht und gequatscht. Der Dichter lächelt: Das verschallt, rings rauscht mein immergrüner Wald. III Was soll mir euer Lorbeer, Freunde;
10
an jedem Blatt zupfen hundert Feinde.
Bringt Blumen, edle Früchte, Wein: die Kunst will sich des Lebens freun. Den Lorbeer legt mir aufs Totenkissen; da wird er nicht mehr heruntergerissen.