Der geduldige Dichter

by Richard Dehmel

[58] DER GEDULDIGE DICHTER  I Der Dichter steht am Herd und schürt und wartet, daß sein Volk sich rührt. Das Holz liegt da, der Funken auch; wann springt die Flamme aus dem Rauch?  II

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Das Publikum hat gezischt und geklatscht,

die Kritiker haben gequietscht und gequatscht. Der Dichter lächelt: Das verschallt, rings rauscht mein immergrüner Wald.  III Was soll mir euer Lorbeer, Freunde;

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an jedem Blatt zupfen hundert Feinde.

Bringt Blumen, edle Früchte, Wein: die Kunst will sich des Lebens freun. Den Lorbeer legt mir aufs Totenkissen; da wird er nicht mehr heruntergerissen.

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