Der Fischer

by Johann Wolfgang Von Goethe German

     Das Wasser rauscht’, das Wasser schwoll, Ein Fischer saß daran, Sah nach dem Angel ruhevoll, Kühl bis an’s Herz hinan:

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Und wie er sitzt und wie er lauscht,

Theilt sich die Fluth empor, Aus dem bewegten Wasser rauscht Ein feuchtes Weib hervor.      Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:

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Was lockst du meine Brut

Mit Menschenwitz und Menschenlist Hinauf in Todesgluth? Ach wüßtest du, wie’s Fischlein ist So wohlig auf dem Grund,

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Du stiegst herunter, wie du bist,

Und würdest erst gesund. [156]      Labt sich die liebe Sonne nicht, Der Mond sich nicht im Meer? Kehrt wellenathmend ihr Gesicht

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Nicht doppelt schöner her?

Lockt dich der tiefe Himmel nicht, Das feucht verklärte Blau? Lockt dich dein eigen Angesicht Nicht her in ew’gen Tau?

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     Das Wasser rauscht’, das Wasser schwoll,

Netzt’ ihm den nackten Fuß, Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll, Wie bey der Liebsten Gruß. Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;

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Da war’s um ihn geschehn:

Halb zog sie ihn, halb sank er hin, Und ward nicht mehr gesehn.

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