Der Eroberer Wurm

by Edgar Allan Poe

     [68] Der Eroberer Wurm. Im Weltenraum ist Galanacht. Im Theater sitzt gedrängt Eine Engelschaar in Festestracht, Verschleiert, zährendurchtränkt

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Und lauscht einem wechselvollen Stück,

Wo Furcht und Hoffen sich drängt, Dieweil im Orchester Sphärenmusik Sich langsam hebt und senkt. Gottähnliche Mimen murmeln leis

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Den Text und kommen und gehn

Auf großer, formloser Wesen Geheiß, Die in den Coulissen stehn, Mit ernsten Geberden, feierlich stumm Die Wände schieben und drehn,

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Und mit ihren Flügeln in’s Publikum

Unsichtbares Leiden wehn. [69] Dies Drama, wechselvoll, fieberisch, Es bleibt der Welt unverkürzt, Mit einem scheckig bunten Gemisch

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Von Tollheit und Sünde gewürzt,

Dahinter sich lauter Elend und Graus Zum verworrenen Knoten schürzt, Und ein Phantom sich unter Applaus In das ewige Dunkel stürzt.

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Doch sieh! eine Form aus ekler Brut

Schleicht in den Mimenknäu’l – Ein kriechendes Unthier, roth wie Blut, Das sich windet und windet, dieweil Es nach und nach die Mimen verzehrt

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Unter der Opfer Geheul

Und die Engelschaar ein Schauder durchfährt Ob solch unendlicher Greu’l. Aus sind die Lichter – ausgeweht –, Mit der Wucht eines Sturmes fällt

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Der Vorhang, ein Leichentuch, sternbesät

Ueber das bretterne Zelt. Die Engel erheben sich abgespannt Und erklären der bangen Welt, Daß die Tragödie „Mensch“ benannt

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Und der Eroberer „Wurm“ ihr Held.

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