Der Bauer (Späte Fassung)

by Gottfried August Bürger

[98]  Der Bauer.      An seinen Durchlauchtigen Tyrannen.      Wer bist du, Fürst, daß ohne Scheu Zerrollen mich dein Wagenrad, Zerschlagen darf dein Roß?      Wer bist du, Fürst, daß in mein Fleisch

5
Dein Freund, dein Jagdhund, ungebläut

Darf Klau’ und Rachen hau’n?      Wer bist du, daß, durch Saat und Forst, Das Hurrah deiner Jagd mich treibt, Entathmet, wie das Wild? –

10
     Die Saat, so deine Jagd zertritt,

Was Roß, und Hund, und Du verschlingst, Das Brot, du Fürst, ist mein. [99]      Du Fürst hast nicht, bey Egg’ und Pflug, Hast nicht den Erntetag durchschwitzt.

15
Mein, mein ist Fleiß und Brot! –

     Ha! du wärst Obrigkeit vor Gott? Gott spendet Segen aus; du raubst! Du nicht von Gott, Tyrann!

More poems by Gottfried August Bürger

All poems by Gottfried August Bürger →