Der Bauer (Späte Fassung)
[98] Der Bauer. An seinen Durchlauchtigen Tyrannen. Wer bist du, Fürst, daß ohne Scheu Zerrollen mich dein Wagenrad, Zerschlagen darf dein Roß? Wer bist du, Fürst, daß in mein Fleisch
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Dein Freund, dein Jagdhund, ungebläut
Darf Klau’ und Rachen hau’n? Wer bist du, daß, durch Saat und Forst, Das Hurrah deiner Jagd mich treibt, Entathmet, wie das Wild? –
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Die Saat, so deine Jagd zertritt,
Was Roß, und Hund, und Du verschlingst, Das Brot, du Fürst, ist mein. [99] Du Fürst hast nicht, bey Egg’ und Pflug, Hast nicht den Erntetag durchschwitzt.
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Mein, mein ist Fleiß und Brot! –
Ha! du wärst Obrigkeit vor Gott? Gott spendet Segen aus; du raubst! Du nicht von Gott, Tyrann!