An den Mond

by Johann Wolfgang Von Goethe German

     Füllest wieder Busch und Thal Still mit Nebelglanz, Lösest endlich auch einmal Meine Seele ganz;

5
     Breitest über mein Gefild

Lindernd deinen Blick, Wie des Freundes Auge mild Ueber mein Geschick.      Jeden Nachklang fühlt mein Herz

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Froh und trüber Zeit,

Wandle zwischen Freud’ und Schmerz In der Einsamkeit.      Fließe, fließe, lieber Fluß! Nimmer werd’ ich froh;

15
So verrauschte Scherz und Kuß

Und die Treue so.

[154]
     Ich besaß es doch einmal,

Was so köstlich ist!

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Daß man doch zu seiner Qual

Nimmer es vergißt!      Rausche, Fluß, das Tal entlang, Ohne Rast und Ruh, Rausche, flüstre meinem Sang

25
Melodien zu!

     Wenn du in der Winternacht Wüthend überschwillst Oder um die Frühlingspracht Junger Knospen quillst.

30
     Selig, wer sich vor der Welt

Ohne Haß verschließt, Einen Freund am Busen hält Und mit dem genießt,      Was, von Menschen nicht gewußt

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Oder nicht bedacht,

Durch das Labyrinth der Brust Wandelt in der Nacht.

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