An den May

by Susanne von Bandemer

Holder Schöpfer süßer Triebe, Junger wonnereicher May! Glück und Hoffnung und die Liebe Sind in dir mir ungetreu.

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Nie wird dieses Herz empfinden

Deiner Wonne Seligkeit: Reiz und Jugend sah ich schwinden Vor der uns bestimmten Zeit: Denn der Gram gab ihnen Flügel;

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Und sein Mehlthau traf das Herz.

Keiner weisen Stoa Zügel Zähmt der Seele wilden Schmerz. May, dein schönster Tag ist trübe, Deinen Zephyr fühl’ ich nicht;

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Weil der süße Trost der Liebe,

Mir, Unglückliche! gebricht.

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