Dem Vater Jahn
1844. Mein Deutschland war zertreten und verachtet, Zerrissen und ein Spielball fremder Mächte, Das deutsche Volk von Sklaverei umnachtet Und selber seine Fürsten waren Knechte,
Da that ein Wort voll deutschen Sinnes not, Da war es Zeit ihm seine Schmach entdecken Und jede künft’ge die ihm droht. Da riß Verzweiflung stürmisch in die Saiten
Da galt’s mit Worten, wie mit Thaten streiten Und auch die Dichter kämpften wie sie sangen. Und deutsche Kraft galt’s in der Jugend nähren: Das Volk stand auf – „der Sturm bricht los –“ brach los!
Und deutsche Kraft wuchs riesengroß!
Der deutschen Jugend Führer fehlen viele, Doch fehlt darum nicht unser brünstig Lieben
Für sie, die aus der Hand die Fahne geben, Damit die Jugend unsrer neuen Zeit Sie selber lerne triumphierend heben Zu neuer Siege Herrlichkeit.
Ein Abendwind erinnrungsflüsternd geht, Dein Name aus den Blättern, aus den Zweigen Darin der Geist der neuen Zeiten weht Und an dem stillen Abend Deines Lebens
Du lebtest nicht, für sie auch nicht vergebens, Der Deutsche ist auch jetzt dein Sohn. Drum fühlt ich stolzer jetzt das Herz mir schlagen Als ich Dein väterliches Wort empfangen;
Zu meines Strebens brünstigem Verlangen; Gleich wie dem Epheu an der Säule Fuße, Die eines Tempels Hallen trägt und schmückt, Vor seinem Eingang mit lebendgem Gruße
Ist solch ein heilger Tempel aufgerichtet. Du grüßt als mark’ge Eiche seine Zinne, Ich hab als Epheu mich an ihn gedichtet.
Und fröhlich spielen mit dem grünen Kranz: Den deutschen Schwestern will ich Deutschland zeigen, Des deutschen Vaterlandes Glanz. Du wollst dein Volk als deutsche Männer sehen
Doch ich will meines Deutschlands Töchter flehen, Die ab den Blick vom Vaterlande wandten, Ich will sie flehn, dies Vaterland zu ehren Mit aller Kraft der Herzen stark und rein
Wir wollen deutsche Mädchen sein!