Dem toten Freunde

by Heinrich Kämpchen

[62] Dem toten Freunde.  (H. B ... r.) Immer enger wird der Kreis Derer, die mit mir gelitten, Derer, die mit mir gestritten Einst in Tagen schwül und heiß –

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Auch Dich hat es nun entrafft

Plötzlich in das Reich der Toten, Auch du wurdest heim entboten Für die letzte stille Haft. – Bruder, Freund – du warst es mir –

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Haben wir uns doch verstanden,

Wo die andern sich nicht fanden, Nah am Grabe dank’ ich’s dir. – Und wenn man dein Tun verkannt, Ich will für dich Zeugnis geben:

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Ehrlich, ehrlich war dein Streben,

Keinem Truggold zugewandt. – Warst ein Kämpfer treu und echt, Der für’s Knappenwohl gestritten, Der gehungert und[1] gelitten

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Und in Fesseln ging für’s Recht. –

Undank ist zumeist der Lohn – Auch dir wurde schnöd’ vergolten, Auch du wurdest oft gescholten Und gekränkt durch Spott und Hohn.

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Aber nie hast du geschmäht,

Nur den Unverstand bedauert Und im Stillen oft getrauert, Bis dein Atemzug verweht. – Ruhe sanft im Totenhain,

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Ueberschattet von Zypressen,

Lust und Leid sind nun vergessen, Aber Freund. ich denke dein. –

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