Das Zeitgedicht

by Stefan George

Ihr meiner zeit genossen kanntet schon Bemasset schon und schaltet mich – ihr fehltet. Als ihr in lärm und wüster gier des lebens Mit plumpem tritt und rohem finger ranntet:

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Da galt ich für den salbentrunknen prinzen

Der sanft geschaukelt seine takte zählte In schlanker anmut oder kühler würde · In blasser erdenferner festlichkeit.   Von einer ganzen jugend rauhen werken

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Ihr rietet nichts von qualen durch den sturm

Nach höchstem first · von fährlich blutigen träumen. ›Im bund noch diesen freund!‹ und nicht nur lechzend Nach tat war der empörer eingedrungen Mit dolch und fackel in des feindes haus ..

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Ihr kundige las’t kein schauern · las’t kein lächeln ·

Wart blind für was in dünnem schleier schlief.

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