Das schlafende Kind

by Helmina von Chézy

O sel’ge Ruh’! von deinem Arm umfangen, Schläft sanft das Kind, in unbewußten Träumen. Die goldnen Wimpern lichte Augen säumen Und frische Rosen blühn auf vollen Wangen.

5
Im Frühlingsschmuck der sel’gen Kindheit prangen

Die Sterblichen, wie in des Himmels Räumen, Dann grüßen Engel sie mit Wonneträumen, Wo sie den reinen Bruder sanft umfangen. Doch wenn die Welt sich Herr macht seiner Sinnen,

10
Mit Wehmuth sie vom Theuren alle scheiden,

Dann fliehn die Himmelsbilder auch von hinnen. Doch wenn sein Herz entgeht der Sünde Stricken, So werden Engel Tröstung ihm in Leiden, Wie Sterne durch die Nacht des Lebens blicken.  Helmina von Chezy.

More poems by Helmina von Chézy

All poems by Helmina von Chézy →