Das Haar
O vliess dess krause wellen bis zur schulter schäumen! O locken voll von unbewusstem wolgeruch! Verzückung! um zu wecken heut in düstren räumen Erinnerungen die in diesem haare träumen
Die schmachtend müde Asia und Afrika voll gluten Ein ganzes weltall · fern fast wie aus einer gruft · Kann ich · aroma–wald! in deinem grund vermuten. Wie andre geister auf musik und stimmen fluten:
Dort flieg ich hin wo baum wie mensch mit reicherm samen Im heissen himmelsstrich sich dehnt zu langer rast. Ihr flechten seid die wogen die mich mit sich nahmen. Du fassest · meer von ebenholz · in lichtem rahmen
[45] Den laut bewegten hafen wo mein herz ich weide In tiefem zug an farbe an parfüm und ton · Wo schiffe gleiten über gold und in der seide Die weiten arme auf · umarmend das geschmeide
Ich tauche meine stirn im höchsten rausche trunken In diesen ozean der andre in sich reiht – Bis mein verfeinter geist im wellenspiel versunken Euch wiederfinden wird – o trägheit · lebensfunken!
Ihr blauen haare · zelt von ausgespannten schatten · Ihr malt den azur-himmel rund und schrankenleer. Auf der gewundnen strähnen daunenweichen matten Berausch ich mich an wolgerüchen die sich gatten:
Lang · immerwährend · wird in deiner schweren masche Mein finger perle sän rubin und grünen stein – Dass nie mein wunsch vergeblich nach dir hasche! Bist du nicht die oase wo ich träume und die flasche