Das Gras

by Paul Haller

[27]
Das Gras

Im grauen Regensommer stand ein Tal Voll reifen Grases, das kein Mäder schnitt. Der Tod, indes es hing in Lebensqual, Dem Feld vorbei zu jungen Menschen schritt.

5
Die Wolken zogen müd den schlichten Gang,

Gedrängt, geschoben, ohne Wanderziel. Doch einmal jeden Tags sekundenlang, Durch ihren Riß ein Sonnenbündel fiel. Dann rauscht’ und schrie’s im dürren Halmenwald:

10
„Erlösung naht! – Nun, Mörder, morde mich!“

Der Himmel hörte nicht das Flehn so bald, Als Wetterschauer strafend niederstrich.

More poems by Paul Haller

All poems by Paul Haller →