Das Göttliche

by Johann Wolfgang Von Goethe

     Edel sey der Mensch, Hülfreich und gut! Denn das allein Unterscheidet ihn,

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Von allen Wesen,

Die wir kennen.      Heil den unbekannten Höhern Wesen, Die wir ahnden!

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Sein Beyspiel lehr’ uns

Jene glauben.      Denn unfühlend Ist die Natur: Es leuchtet die Sonne

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Über Bös’ und Gute,

Und dem Verbrecher [216] Glänzen wie dem Besten Der Mond und die Sterne.      Wind und Ströme,

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Donner und Hagel

Rauschen ihren Weg, Und ergreifen, Vorüber eilend, Einen um den andern.

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     Auch so das Glück

Tappt unter die Menge, Faßt bald des Knaben Lockige Unschuld, Bald auch den kahlen

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Schuldigen Scheitel.

     Nach ewigen, ehrnen, Großen Gesetzen, Müssen wir alle Unseres Daseyns

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Kreise vollenden.

     [217] Nur allein der Mensch Vermag das Unmögliche: Er unterscheidet, Wählet und richtet;

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Er kann dem Augenblick

Dauer verleihen.      Er allein darf Den Guten lohnen, Den Bösen strafen;

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Heilen und retten

Alles Irrende, Schweifende Nützlich verbinden.      Und wir verehren Die Unsterblichen,

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Als wären sie Menschen,

Thäten im Großen, Was der Beste im Kleinen Thut oder möchte.      [218] Der edle Mensch

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Sey hülfreich und gut!

Unermüdlich schaff’ er Das Nützliche, Rechte, Sey uns ein Vorbild Jener geahndeten Wesen!

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