Blinde Kuh

by Johann Wolfgang Von Goethe

     O liebliche Therese! Warum seh’ ich so böse Mit offnen Augen dich? Die Augen fest verbunden,

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Hast du mich gleich gefunden,

Und warum fingst du eben — mich?      Du faßtest mich auf’s beste, Und hieltest mich so feste, Ich sank in deinen Schooß.

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Kaum warst du aufgebunden,

War alle Lust verschwunden; Du ließest kalt den Blinden los.      Er tappte hin und wieder, Verrenkte fast die Glieder,

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Und alle foppten ihn.

Und willst du mich nicht lieben; So geh’ ich stets im Trüben, Wie mit verbundnen Augen hin.

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