Biondina
Noch kannt’ ich nicht das Loos des Lebens, Als eine fremde Gottheit kam, Und mir, trotz allen Widerstrebens, Die unbefangne Ruhe nahm.
5
Da bleichten mir die frischen Wangen,
Da regte sich, ich weiß nicht was; Die Liebe that mir dieß und das, Ließ ich mich dennoch wieder fangen? Ja oder nein? — das fragt mich nicht!
10
Es räth sich nur, und sagt sich nicht.
Wie Thau, der über Blumen fließet, Entstellt die süße Zähre nie: Sie wird so leichtlich weggeküsset, Der sie verschuldet, trocknet sie.
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Ihr immer neuen holden Schmerzen,
Soll ich euch suchen, oder fliehn?