Beim Veilchensuchen

by Julius Rodenberg German

Die milden Frühlingsfeuer
Wie stralen sie Tag und Nacht!
Was je dem Herzen teuer,
Erscheint in neuer Pracht.

Mit innigstem Entzücken
Betracht' ich diese Welt;
Ans Herze möcht' ich drücken
Den Wald, die Berge, das Feld.

Beseligt muß ich saugen
Den süßen Frühlingshauch;
Es üben die blauen Augen
Den alten Zauber auch.

Die Veilchen am sonnigen Raine,
Ich breche sie froh und still;
Und denke dabei an Eine,
Der ich sie bringen will. (S. 35)
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