Büßende Liebe
[114] Büßende Liebe. Aus deinen grauen Augen droht, mir so vertraut, wie ein erstarrter Klagelaut mit bleichen Zügen ein Verbot;
Das hat in deinen Blick gebracht dies fahle Licht, das durch die schwarzen Wimpern bricht; mir ist, als sahst du einst die Nacht
O komm und gieb mir deine Hand; in dein schwarz Haar nimm diese rote Lilie dar, und um dein dunkelblau Gewand
So führe mich, indeß du weinst, den langen Pfad. So kommen wir der Nacht genaht und beten beide: Mutter! einst –
[115] Dann legt, indeß wir niederknien, dann legt die Nacht auf deines Haares schwere Pracht die Hand – und flüstert: Liebe ihn,
Dann hören deine Thränen auf, dann kommt ein Stern; der winkt so neu, so neu, so fern, dein graues Auge schaut hinauf,