Auto-da-fé

by Heinrich Heine (1797–1856) · 1851 German

Auto-da-fe.

Welke Veilchen, stäub’ge Locken,
Ein verblichen blaues Band,
Halb zerrissene Billette,
Längst vergessner Herzenstand –

In die Flammen des Kamines
Werf’ ich sie verdrossnen Blicks;
Aengstlich knistern diese Trümmer
Meines Glücks und Mißgeschicks.

Liebeschwüre, flatterhafte
Falsche Eide, in den Schlot
Fliegen sie hinauf – es kichert
Unsichtbar der kleine Gott.

Bei den Flammen des Kamines
Sitz’ ich träumend, und ich seh’
Wie die Fünkchen in der Asche
Still verglühn – Gut’ Nacht – Ade!

Source: Wikisource

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