Auf den Wällen Salamankas

by Heinrich Heine (1797–1856) · 1827 German

Sind die Lüfte lind und labend;
Dort, mit meiner holden Donna,
Wandle ich am Sommerabend.

Um den schlanken Leib der Schönen
Hab’ ich meinen Arm gebogen,
Und mit sel’gem Finger fühl’ ich
Ihres Busens stolzes Wogen.

Doch ein ängstliches Geflüster
Zieht sich durch die Lindenbäume,
Und der dunkle Mühlbach unten
Murmelt böse, bange Träume.

„Ach, Sennora, Ahnung sagt mir:
Einst wird man mich relegiren,
Und auf Salamankas Wällen
Geh’n wir nimmermehr spazieren.“

Source: Wikisource

More poems by Heinrich Heine

All poems by Heinrich Heine → · More German poems →