Auf dem Baaker Berge
[36] Auf dem Baaker Berge *).[1] Mir ist als hört’ ich längst verscholl’nen Gruß, Als wollt’ es sich mit Raunen an mich schmiegen – Hier, wo ich steh’, stand einst des Römers Fuß, Hier ließ er seine Adler fliegen. –
Zur Ruhr und in die Brukt’rer Gaue – Noch hat die Zeit die Spuren nicht verweht Auf diesem Berg von seinem Baue. – [37] Noch seh’ ich dort den aufgeworf’nen Wall,
Und aufgewühlt hat sie von Fall zu Fall Das Kurzschwert, das die Römer schwangen. – Dazu den breiten, rostzerfress’nen Schild Mit tiefen, wuchtig eingehau’nen Kerben –
Und schlug das Römerglück in Scherben. – Hart war der Kampf – die Wallburg fest gefügt – Und hinter ihr nur schlachtgewohnte Streiter – Kein Schwerthieb fehlet und kein Speerwurf trügt,
Die Wallburg fiel, wie stark sie auch getürmt, Das Pfahlwerk sank, bedeckt von Römerleichen – Als Brukt’rer und Sigamberer gestürmt, Da mußten die Kohorten weichen. –
Da sauste Donars wucht’ger Hammer nieder, Der Schrecken fuhr den Römern in’s Gebein, Nur wen’ge sah’n die Heimat wieder. – Und Freudenfeuer sagten Nord und Süd:
Und Opferbrände haben hier gesprüht Und Menschen sind geopfert worden. – Ja, heilig, heilig ist ringsum der Grund, Doch blutgedünget auch die braune Erde –
Die trutzige dem deutschen Herde. – Noch zeigt der Berg bis jetzt den kahlen Schopf, Der unten tief im Eichwald sich verlieret – Wie gut, daß noch kein überwitz’ger Kopf