Auf dem Baaker Berge

by Heinrich Kämpchen

[36]  Auf dem Baaker Berge *).[1] Mir ist als hört’ ich längst verscholl’nen Gruß, Als wollt’ es sich mit Raunen an mich schmiegen – Hier, wo ich steh’, stand einst des Römers Fuß, Hier ließ er seine Adler fliegen. –

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Von dieser Höh’ hat er hinabgespäh’t

Zur Ruhr und in die Brukt’rer Gaue – Noch hat die Zeit die Spuren nicht verweht Auf diesem Berg von seinem Baue. – [37] Noch seh’ ich dort den aufgeworf’nen Wall,

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Längst ist die Pflugschar drüber hingegangen

Und aufgewühlt hat sie von Fall zu Fall Das Kurzschwert, das die Römer schwangen. – Dazu den breiten, rostzerfress’nen Schild Mit tiefen, wuchtig eingehau’nen Kerben –

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Die deutsche Streitaxt traf ihn hart und wild

Und schlug das Römerglück in Scherben. – Hart war der Kampf – die Wallburg fest gefügt – Und hinter ihr nur schlachtgewohnte Streiter – Kein Schwerthieb fehlet und kein Speerwurf trügt,

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Mann gegen Mann – so rang es weiter. –

Die Wallburg fiel, wie stark sie auch getürmt, Das Pfahlwerk sank, bedeckt von Römerleichen – Als Brukt’rer und Sigamberer gestürmt, Da mußten die Kohorten weichen. –

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Da scholl vom Schlachtgesange Odins Hain,

Da sauste Donars wucht’ger Hammer nieder, Der Schrecken fuhr den Römern in’s Gebein, Nur wen’ge sah’n die Heimat wieder. – Und Freudenfeuer sagten Nord und Süd:

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Vernichtet sind die räuberischen Horden! –

Und Opferbrände haben hier gesprüht Und Menschen sind geopfert worden. – Ja, heilig, heilig ist ringsum der Grund, Doch blutgedünget auch die braune Erde –

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Hier, wo die alte Römerburg einst stund,

Die trutzige dem deutschen Herde. – Noch zeigt der Berg bis jetzt den kahlen Schopf, Der unten tief im Eichwald sich verlieret – Wie gut, daß noch kein überwitz’ger Kopf

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Mit einem Denkmal ihn gezieret. –

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