Antwort auf ihre Nachschrift

by Karl Mayer (1786–1870) · 1833 German

Du beklagst des Briefchens Eile,
Daß die Fehler nicht der Feile
Bessrem Fleiß gewichen sind.
Laß dich nur ein Andres lehren:
Zwischen schwere goldne Aehren
Wehte fremdes Kraut der Wind
Zum Verdruß der Sachverständ'gen;
Doch dein unkrautstreuend Händchen
Schuf in mir kein Aergerniß
Und du glaubst es mir gewiß:
Wie mir rothe Ackerschnallen,
Blaue Nelken dort gefallen
Zwischen blondem Saatengolde,
So dein süßes Fehlen, Holde,
Bei so treuem Wortessinn
Scheint mir lieblicher Gewinn. (S. 64)
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