Anina

by Heinrich Kämpchen

[140] Anina *).[1] Ungarerde, Ungarerde, Zuviel Blut hast du getrunken Schon in all’ den wilden Schlachten, Die auf dir sind ausgefochten. –

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Wieder hast du dich gerötet,

Wiederum ist Blut geflossen, Von acht armen Kohlengräbern, Die wie Hunde sind erschossen. Nicht durch Bergsturz, nicht durch Wetter

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Mußten diese Armen enden –

Nein, acht scharfe Büchsenkugeln Haben ihnen Tod gesendet. – Weiberklagen, Kinderjammern Hallet nach den jäh Erschoss’nen –

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Um die Gatten, um die Väter

Gellen wird Verzweiflungsrufen. – Und auch wir gedenken euer, Kameraden, Arbeitsbrüder, Die im schönen Ungarlande

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Traf solch’ grauenhaftes Schicksal. –

Wir, die deutschen Bergarbeiter, Trauern um euch, Kameraden, Euch, den toten und den wunden, Weihen wir des Liedes Spende. –

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