Am Weinfelder Maar

by Heinrich Kämpchen

[92] Am Weinfelder Maar.  (Eifelbild) Ein großes Auge, schwermutsvoll und klar, So liegt vor mir im Abendgold das Maar, Tief eingebettet in der Ufer Saum, Ein Schlummerort, ein weltverlor’ner Traum. –

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Und Oede rings – kein Ruf, kein Vogelschrei,

Das Leben ging hier ohne Halt vorbei, Und keine Blume seiner Hand entglitt – Erstarrte Lava, wo mein Fuß auch tritt. – Und doch ist’s schön noch – aber düster schön,

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Auf diesen kahlen, unwirtlichen Höh’n,

Wo einst der Krater seine Glut gespie’n, Man kann sich ihrem Banne nicht entzieh’n. – Fastradens Ring, so scheint es, hält auch Hut In dieser klaren, regungslosen Flut –

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Kein Sturm, der ihrem glatten Spiegel droht,

Kein Kahn durchfurcht sie und kein Fischerboot. – So liegt verlassen, öd’ und still das Maar Und doch in Schönheit hehr und wunderbar – Die Schwermut hält hier stetig ihre Rast –

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Auch mich, auch mich hat Traurigkeit erfaßt. –

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