Am Gemündener Maar

by Heinrich Kämpchen

[91] Am Gemündener Maar *).[1]  (Eifelbild) Nicht so öde wie die andern Schwestern, liegst du im Gebirge; Kränzt dir doch, was jenen fehlet, Tannenwald mit Grün die Ufer.

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Aber still und weltverloren

Träumst auch du die Schwermutsträume, Scheinst Äonen nachzusinnen, Wo hier Feuerstürme rasten. Lava, glühend heiße Lava,

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Hat dein Krater einst gespien

Donnernd aus dem Bauch der Erde, Und die Eifeltäler dampften. [92] Längst erloschen sind die Gluten Und verweht die Donnerstürme, –

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Aber schwermutsvolle Trauer

Brütet noch an deinen Ufern. Ja, mein Maar, so magst du träumen, Weltverloren, schon wie lange – Wie auch meine Seele träumet

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Von dem dunkeln Daseinsrätsel.

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