Als sie von der thüre weglieff / da sie ihn kommen sahe

by Christoph Gottehr Burghart


Wie? flieht mein engel denn vor ihrem Saladin?
Und will fort keinen gruß aus seinem munde hören?
Noch seine demuth mehr durch einen blick verehren /
Was muß die uhrsach seyn? war ich vielleicht zu kühn /
Als sich mein auge ließ zu deinen sternen ziehn?
Wie / oder will dich sonst ein falscher wahn bethören /
Und etwas wiedriges von deinem knechte lehren?
Doch nein / ich irre sehr: ich weiß ja was ich bin /
Ein Mensch voll sünden wust / voll ungeheurer Mängel
Du aber heist und bist ein unbefleckter engel /
Nun kan ein engel ja bey keinem sünder stehn /
Denn von den lastern wird der reine geist vertrieben
Was wunder! daß du nicht bist an der thüre blieben /
Als ich nechst hin zu dir / O engel / wolte gehn.
(Theil 4 S. 81)

More poems by Christoph Gottehr Burghart

All poems by Christoph Gottehr Burghart →