Als Er Sie schlafend funde

by Paul Fleming


HIer liegt das schöne Kind/ in ihrer süssen Ruh/
Sie bläst die schöne Lufft/ von welcher ich mich quähle
biß an die Seele selbst/ durch ihre süße Kehle;
Hier liegt das schöne Kind/ und hat die Augen zu.
Streu Rosen umm Sie her/ du sanffter Zephyr du/
mit Nelcken untermengt/ daß ihr Geruch vermähle
mit ihrem Athem sich/ dieweil ich leise stehle
so manchen Kuß von Ihr. Silenus sprich kein Muh!
St! Satyr/ weg/ Sylvan! geht weit von diesem Bache
daß meine Seele nicht von eurer Stimm' erwache.
Klitscht in die Hände nicht/ ihr schlipfrigen Napeen.
Schlaf/ Schatz ich hüte dein. Schlaf/ biß du selbst erwachest/
So wirst du wachend thun/ was du im Schlafe machest.
Mir auch träumt itzt mit dir/ als solt ich vor dir stehn.
(S. 637)

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