XIIII. (14)

XIIII. (14)

1. Ich habs gewagt, du schöne magd,
in rechter lieb und trewe,
Ich bitt halt fast, wie du mir hast, |fast=fest
gered, sol dich nicht gerewen. |gerewen=gereuen
Ich wil allein, dein eigen sein,
darauff bis bedacht, und wol betracht, |bis=sei
das du must sein,
die stets hertz allerliebste mein.

2. Es ist gar fein, wo jhr zwey sein,
die es recht und trewlich meinen,
Die sich allzeit, in lieb und leid,
in sachen gros und kleine,
Vertragen wol, wie es denn sein sol
gedenk daran, las nicht darvon,
glaubs nicht zumal,
ich meins gar gut, feins lieb das weistu wol.

3. Ich hoffe zwar, und glaub fürwar,
du wirst mich nicht verlassen,
Widerumb ich mich, zu dir versich, |versich=vertraue, glaube
thu du allzeit dermassen.
Allein sol Gott mich durch den todt
scheiden von dir, glaub sicher mir,
und sonst kein not,
zu guter nacht bewar dich Gott.

1582

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XIIII. (14)

1. Ich habs gewagt, du schöne magd,
in rechter lieb und trewe,
Ich bitt halt fast, wie du mir hast, |fast=fest
gered, sol dich nicht gerewen. |gerewen=gereuen
Ich wil allein, dein eigen sein,...

XIII. (13)

1. So wünsche ich jr ein gute nacht,
bey der ich war alleine,
Ein freundlich wort sie zu mir sprach,
wir zwey müssen uns scheiden.
Ich scheide nit weit, Gott weis die zeit,
widerkommen bringt freude....

XII. (12)

1. Jetzt scheiden das bringt mir schwer,
und macht gantz trawrig mich:
Das ich nun mus von der,
die offt erfrewet mich.
Mit schimpffen und mit schertzen,
hat sie mir mein gemüth erfrewt,
erst...

X. (10)

1. So wünsch ich jr eine gute nacht,
zu hundert tausent stunden,
Wenn ich die lieb erst recht betracht,
ist mir mein leid verschwunden.
Wenn ich sie ansich, so erfrewet sie mich, |ansich=ansehe
sie...

VII. (7)

1. Ich armes megdlein klag mich sehr,
wie wil mir nu geschehen,
das ich den hertz allerliebsten mein,
so lang nit hab gesehen,
der mir viel weil ond zeit vertreibt,
sonst keiner auff dieser erden,...