Winkel am Wald
[30] WINKEL AM WALD An Karl Minnich Braune Kastanien. Leise gleiten die alten Leute In stilleren Abend; weich verwelken schöne Blätter. Am Friedhof scherzt die Amsel mit dem toten Vetter, Angelen gibt der blonde Lehrer das Geleite.
Doch wirkt ein blutiger Grund sehr trauervoll und düster. Das Tor blieb heut verschlossen. Den Schlüssel hat der Küster. Im Garten spricht die Schwester freundlich mit Gespenstern. In alten Kellern reift der Wein ins Goldne, Klare.
Den langen Abend hören Kinder Märchen gerne; Auch zeigt sich sanftem Wahnsinn oft das Goldne, Wahre. Das Blau fließt voll Reseden; in Zimmern Kerzenhelle. Bescheidenen ist ihre Stätte wohl bereitet.
Die Nacht erscheint, der Ruhe Engel, auf der Schwelle.