Wenn der Mond groß ist
by Francisca Stoecklin (1894–1931) · 1925 German
Wenn es Abend wird, fällt mir dein Lächeln ein,
Schwarzer Engel, der meine Träume umnachtet.
Im Herbst saßen wir oft auf den Bänken am Strom,
Stille Kinder, in der abendlichen Sonne.
Wenn dann deine Hand zärtlich über mein Haar strich,
O wie freute sich da die Seele.
Seitdem sind traurige Jahre vergangen,
Ängste und Wahnsinn, zerfallene Abende.
Wenn der Mond groß ist, betet mein bleicher Schatten
In deinem Zimmer verlorene Tänze. (S. 19)
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