Vor der Fahrt
[10] Vor der Fahrt. Jenseits der grauen Wasserwüste Wie liegt die Zukunft winkend da! Eine grüne lachende Küste, Ein geahndet Amerika!
Und ob auch hoch die Wasser springen, Ob auch Sandbank uns droht und Riff: Ein erprobt und verwegen Schiff Wird die Muth’gen hinüberbringen!
Stoßt ab! Stoßt ab! Kühn durch den Sturm! Sucht Land und findet Land! O tapfer Fahrzeug! Ohne Schwanken Befährt es dreist die zorn’ge Fluth! Schwarz die Masten und schwarz die Planken,
Und die Wimpel sind roth wie Blut! Die Segel braun von Dampf und Feuer; Vom Verdeck herab ihren Blitz Sprüh’n Gewehre, sprüht das Geschütz,
Frisch auf denn, springt hinein! Frisch auf, das Deck bemannt! Stoßt ab! Stoßt ab! Kühn durch den Sturm! Sucht Land und findet Land! So fährt es aus zu seinen Reisen, So trägt es Männer in den Streit: –
Seine dunkeln Borde geweiht! Seine dunkeln Borde geweiht! Ha, wie Kosciuszko dreist es führte! Ha, wie Washington es gelenkt!
Und wer sonst seine Flammen schürte! Frisch auf denn, springt hinein! Frisch auf, das Deck bemannt! Stoßt ab! Stoßt ab! Kühn durch den Sturm! Sucht Land und findet Land! [11] Ihr fragt erstaunt: Wie mag es heißen?
Wie in Oesterreich so in Preußen Heißt das Schiff: „Revolution!“ Heißt das Schiff: „Revolution!“ Es ist die einz’ge richt’ge Fähre –
Drum in See, und kapre den Staat, Die verfaulte schnöde Galeere! Frisch auf denn, springt hinein! Frisch auf, das Deck bemannt! Stoßt ab! Stoßt ab! Kühn durch den Sturm! Sucht Land und findet Land!
Noch eine zweite wilde Schlacht! Schwarzer Brander, schleudre Raketen In der Kirche scheinheil’ge Jacht! In der Kirche scheinheil’ge Jacht!
Richte kühn der Kanonen Schlund! Auf des Meeres rottigem Grund Laßt der Habsucht Schätze verrotten! Frisch auf denn, springt hinein! Frisch auf, das Deck bemannt!
O stolzer Tag, wenn solche Siege Das Schiff des Volkes sich erstritt! Wenn, zu Boden segelnd die Lüge, Zum ersehnten Gestad es glitt!
Zum grünen Strand der neuen Erde, Wo die Freiheit herrscht und das Recht, Wo kein Armer stöhnt und kein Knecht, Wo sich selber Hirt ist die Heerde!
Stoßt ab! Stoßt ab! Kühn durch den Sturm! Sucht Land und findet Land! Wo nur der Eintracht Fahnen wehen, Wo uns kein Hader mehr zerstückt! Wo der Mensch von der Menschheit Höhen
Unenterbt durch die Schöpfung blickt! O neue Welt, nach Sturm und Fehde Wie erquickt uns bald deine Ruh’! Alle Herzen pochen dir zu – –
Frisch auf denn, springt hinein! Frisch auf, das Deck bemannt! Stoßt ab! Stoßt ab! Kühn durch den Sturm! Sucht Land und findet Land!