Träumerei
Ich denk' an meine Bergwaldfee
in banger Stunde gern - -
Grün träumend wie der Gletschersee,
so glänzt ihr Augenstern.
Ihr Kleid ist weich und seidenhell,
ihr Mund geheimnisvoll, ihr
Lachen tönt, als wär's ein Quell,
der mit dem Frühling schwoll.
In ihrem dunklen Haar als Zier
trägt sie die Almenros',
und all des Waldes wild Getier
spielt zahm um ihren Schoß.
Und mit der schmalen Zauberhand
zeigt sie ein Paradies,
ein wahres Märchenwunderland,
wie Kindermärchen süß!
Und wenn sie spricht, so lauscht der Wald
und atmet leis - und blüht -
und ihre Rätselstimme hallt
gleich einem Himmelslied.
Es stellt der Wind sein Wehen ein,
es neigen sich verzückt
die purpurfarbnen Akelein,
von Träumen sanft umstrickt.
Forellen springen aus der Flut,
verschleiert ruht die Flur,
und rot umschlingt in Liebesglut
der Abend die Natur — —
Da schweigt der Heimat schöne Fee,
sie lächelt mir und winkt
und schwindet blau zum Firnenschnee
und Stern um Stern erblinkt.