Studententraum

by Alexis Aar

Mir träumt’, ich hätt’ einen Onkel In Süd-Amerika, Der wäre als reicher Kaufherr Gestorben am Podagra.

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Auf seinem Totenbette,

Da hätt’ er röchelnd gesagt: »Ihr Herren, ’s ist alles eitel, Darum man sich schindet und plagt. »Ich habe Millionen gesammelt

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Und muss nun doch hinweg;

So will ich mein Geld denn vermachen Für einen milden Zweck! »Ich hab’ einen lieben Neffen Im durstigen deutschen Land:

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Dem sei mein grosses Vermögen

Grossmütiglich zugewandt.« Doch hätt’ er eine Klausel. Voll frommen Sinns erdacht: Ich müsste das Geld verzechen

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In einer einzigen Nacht.

Mit glühend durstiger Kehle Wacht’ ich vom Schlummer auf: Ach, lebtest du, guter Onkel, Und stürbst auch gleich darauf!

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